Gesamtnote 20%
Umwelt 15%
Arbeitsrechte 23%
Konfliktmineralien 21%
  • Hauptsitz: Taipei. Taiwan
  • Gründungsjahr: 1997
  • Umsatz 2013: 9,1 Mrd Franken
  • Bruttogewinn 2013: 2,3 Mrd Franken
  • Nettogewinn 2013: 554 Mio Franken
  • CEO: Peter Chou
  • Wichtigste Produktkategorien: Smartphones, Tablets
  • Angestellte: 17280
  • Marktanteil CH: Smartphones: 4%

Arbeitsrechte

HTCs Bestrebungen in unternehmerischer Sozialverantwortung stecken noch in den Kinderschuhen. Zwar besitzt das Unternehmen seit 2012 eine CSR-Abteilung und hat als Mitglied der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) deren Verhaltenskodex in seiner Lieferkette implementiert. Viel weiter reicht das Engagement allerdings nicht, um die arbeitsrechtliche Situation in der Fertigung der Produkte konsequent zu verbessern. HTC kann keine glaubhafte Kontrolle der geforderten Standards vorweisen. Die erwähnten Audits werden vom Unternehmen selbst durchgeführt und die Berichterstattung darüber ist quasi inexistent. Um transparenter zu werden, muss das Unternehmen seine Zulieferbetriebe offenlegen und muss von diesen die Bezahlung eines existenzsichernden Lohnes fordern. Eine nachhaltige Lösung muss über Veränderungen von unten angestossen werden. Die Selbstorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter entlang der Lieferkette etwa durch Ausbildungen über ihre Rechte müssen gefördert, der Zugang zu unabhängigen Beschwerdemechanismen sichergestellt und seine Zulieferbetriebe für das Thema sensibilisiert werden.

Konfliktrohstoffe

HTC nimmt öffentlich eine Boykotthaltung gegenüber Konfliktrohstoffen aus der Region um die Demokratische Republik Kongo ein. Dies hat verheerende Auswirkungen für die dortige Bevölkerung, welche vom Einkommen aus den Minentätigkeiten lebt. Diese Haltung führt auch dazu, dass sich HTC bisher in keiner Weise für die Verbesserung der Situation in den Konfliktgebieten einsetzt. HTC sollte im Minimum die bereits bestehenden Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen unterstützen.

Umwelt

HTC bekundet seine Absichten zur Reduktion von Treibhausgasemissionen des eigenen Betriebs und veröffentlicht entsprechende Statistiken. Es fehlen jedoch konkrete, ambitionierte Ziele und auch eine nennenswerte Reduktion der Emissionen in der Vergangenheit kann HTC nicht vorweisen. Das Umweltmanagement der Lieferkette ist faktisch inexistent. Hier müsste sich das Unternehmen weit mehr engagieren, um den Umweltfussabdruck seiner Geräte zu verbessern. Dasselbe gilt für schädliche Substanzen wie etwa PVC oder BFR, sowohl in HTCs Produkten als auch in deren Herstellung. Die blosse Bekundung des Unternehmens, gesetzliche Bestimmungen (wie RoHS oder REACH) einzuhalten ist unzureichend – bisher hat HTC noch kein einziges Produkt von diesen Gefahrenstoffen befreit.

Rating

HTC hat nicht auf die Anfrage von Brot für alle und Fastenopfer geantwortet. Das Unternehmen stellt auf seiner Website nur sehr wenige Informationen über seine Bestrebungen in unternehmerischer Verantwortung bereit. Ein CSR-Bericht wurde nur einmalig (2012) und lediglich auf Chinesisch publiziert. Die Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen von der Website des Unternehmens, einer Übersetzung des CSR-Berichts durch die Partnerorganisation SACOM und weiteren Quellen wie dem Carbon Disclosure Project (CDP).

Hinweis zur Firmenbewertung:

Die Darstellung ist eine Momentaufnahme (Stichdatum der Erhebung: 30.04.2014). Sie beansprucht keine Vollständigkeit. Die Bewertung darf nicht in der Form «Empfohlen von Brot für alle oder Fastenopfer» zitiert oder für Werbezwecke verwendet werden.