Gesamtnote 67%
Umwelt 93%
Arbeitsrechte 57%
Konfliktmineralien 45%
  • Hauptsitz: Espoo, Finnland
  • Gründungsjahr: 1871
  • Umsatz 2013: 15,6 Mrd Franken
  • Bruttogewinn 2013: 6,6 Mrd Franken
  • Nettogewinn 2013: 636 Mio Franken
  • CEO: Rajeev Suri
  • Wichtigste Produktkategorien: Handys, Smartphones
  • Angestellte: 59333
  • Marktanteil CH: Smartphones: 2%

Arbeitsrechte

Nokia hat wichtige, fortschrittliche Bestimmungen betreffend Temporär-Angestellte und Gewerkschaftsfreiheit erlassen und zeigt allgemein eine gewerkschaftsfreundliche Haltung. Sowohl die eigenen Produktionsstätten als auch seine Zulieferbetriebe überprüft Nokia durch interne und externe Audits und scheint sich auch der Auswirkungen der eigenen Einkaufspolitik bewusst zu sein. Weiter fällt die Mitgliedschaft in Multi-Stakeholder-Initiativen wie IDH positiv auf. Um diese bereits fortschrittliche Haltung konsequent weiterzuführen muss Nokia für die Bezahlung von Existenzlöhnen sowohl in den eigenen Fabriken als auch bei seinen Zulieferern einstehen. Die Überprüfung der Standards bei den Zulieferbetrieben sollte deutlich unabhängiger und transparenter gestaltet werden, indem Nokia etwa eine Liste der Zulieferer sowie Auditberichte veröffentlicht. Für eine nachhaltige Lösung der Probleme muss Nokia Veränderungen von unten anstossen, indem die Selbstorganisation der Arbeitenden entlang der Lieferkette etwa durch Ausbildungen über ihre Rechte gezielt gefördert, der Zugang zu unabhängigen Beschwerdemechanismen sichergestellt und seine Zulieferbetriebe für das Thema sensibilisiert werden.

Konfliktrohstoffe

Nokia ist Mitglied bei der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC). Das Unternehmen spricht sich offiziell gegen eine schädliche Boykotthaltung der Region um die Demokratische Republik Kongo aus und unterstützt Initiativen und Projekte zur Förderung von konfliktfreien Lieferketten aus Risikogebieten, wie etwa SfH oder CFTI. Darüber hinaus sollte das Unternehmen jedoch ein deutlich stärkeres Engagement etwa bei den Schmelzereien zeigen, um deren Überprüfung und Zertifizierung weiter voranzutreiben. Nokia sollte seine Zulieferer verpflichten, ausschliesslich als konfliktfrei zertifizierte Rohstoffe zu verwenden, was zum aktuellen Zeitpunkt mindestens für Tantal möglich ist. Bei der Transparenz besteht dringender Nachholbedarf, insbesondere weil Nokia bis jetzt noch keine Liste der Schmelzereien in seiner Lieferkette veröffentlicht hat.

Umwelt

Im Umweltschutz nimmt Nokia eine Pionierrolle ein. Das Unternehmen setzt sich regelmässig umfassende kurz- und längerfristige Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im eigenen Betrieb, welcher auch wichtige Teile der Produktion miteinschliesst. Die Berichterstattung über entsprechende Veränderungen ist dabei transparent und betrifft insbesondere auch den Verbrauch an erneuerbaren Energien. Auch im Umweltmanagement der Lieferkette gibt Nokia das Tempo vor. Das Unternehmen hat flächendeckend Reduktionsziele eingeführt und darüber Bericht erstattet. Nokia hat die wichtigsten Gefahrenstoffe wie etwa PVC oder BFR bereits vor Jahren aus seiner gesamten Produktpalette verbannt und setzt sich aktiv dafür ein, unbedenkliche Alternativen für weitere bedenkliche Substanzen zu finden. Als einzige der bewerteten Firmen unternimmt Nokia ernstzunehmende Bestrebungen zur Wiederverwertung von Materialien auf dem afrikanischen Kontinent. Diese Führungsrolle sollte das Unternehmen jedoch konsequent weiterführen und transparenter über die Verwendung von Gefahrenstoffen bei der Fertigung seiner Produkte informieren. Zudem muss der Produktkreislauf zunehmend geschlossen werden, indem der Anteil an rezyklierten Materialien aus alten Geräten in Nokias Produkten deutlich erhöht wird.

Rating

Nokia hat auf die Anfrage von Brot für alle und Fastenopfer geantwortet, jedoch auf das Ausfüllen des Fragebogens verzichtet. Die Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen von der Website und den Jahresberichten des Unternehmens sowie weiteren Quellen wie dem Carbon Disclosure Project (CDP).

Hinweis zur Firmenbewertung:

Die Darstellung ist eine Momentaufnahme (Stichdatum der Erhebung: 30.04.2014). Sie beansprucht keine Vollständigkeit. Die Bewertung darf nicht in der Form «Empfohlen von Brot für alle oder Fastenopfer» zitiert oder für Werbezwecke verwendet werden.